Häufig gestellte Fragen zu Schmalbandtechnologien
Dies ist ein Informationspapier bezüglich der neuesten Informationen
zu den entsprechenden Schmalband-Funktechnologien, die derzeit auf
dem Markt sind. Es soll einen neutralen und ausgewogenen Überblick
über die entsprechenden Technologien geben und ebenfalls Fehlauslegungen
und Missverständnisse ausräumen, wie sie in verschiedenen Veröffentlichungen
von Präsentationsmaterialien gesehen wurden, die derzeit im Umlauf
sind.
Dieses Dokument wurde von der dPMR® MoU Promotion Working Group mit
vollem Einverständnis und der Zustimmung der Mitgliedsunternehmen
erstellt.
Die dPMR® MoU hofft, dass dieses Dokument Klarheit über die Unzahl
derzeitig verfügbarer Informationen gibt. Die dPMR® MoU hat den Inhalt
auf Richtigkeit
überprüft, behält sich jedoch das Recht zu Änderungen und Korrekturen
jedes Teils dieses Dokuments ohne weitere Verpflichtungen vor.
F1: Was bedeutet „Schmalband“ wirklich?
A1: Das sollte wohl gleich zu Anfang klargestellt werden. Um die Dinge
einfach zu halten, Schmalband in seiner jetzigen Form bezieht sich auf
die Benutzung von 12,5-kHz-Kanälen für PMR/LMR-Funkkommunikation. Da
jedoch 6,25-kHz-Technologien existieren, würden diese wohl als „Ultra-Schmalband“
oder „sehr schmales Band“ bezeichnet.
F2: 6,25 kHz
„äquivalent“ im Vergleich zu echter 6,25-kHz-Fähigkeit.
A2: Historisch gesehen haben professionelle Funksprechgeräte das Problem
überfüllter Spektren/Kanäle durch die Verengung der Kanalabstände gelöst.
Beispielsweise 50 kHz 25 kHz 12,5 kHz 6,25 kHz. Das DMR-System
wird häufig als 6,25 kHz „äquivalent“ bezeichnet, dPMR® oder NXDN™ sind
echte 6,25 kHz. Was grundsätzlich gemeint wird, ist dass die 2-Slot TDMA-Architektur
von DMR das Äquivalent von zwei 6,25 kHz Sprach- oder Datenpfaden in
einem 12,5-kHz-Kanal bietet. Der Kanalabstand der FDMA-Systeme beträgt
6,25 kHz. Für detailliertere Erklärungen des technischen Unterschieds
von TDMA und FDMA besuchen Sie bitte die Registerkarte „Was ist dPMR®?
“ auf der dPMR® MoU Website (http://www.dpmr-mou.org/what-is-dpmr-5-minutes.htm).
F3: Welche Arten von Schmalbandtechnologien/ Systemen gibt es denn eigentlich?
A3: Bitte beachten Sie, dass wir „digital“ nicht im Zusammenhang mit
Schmalband benutzt haben. Das liegt daran, dass analoge Frequenzmodulation
als Schmalbandtechnologie basierend auf der Erklärung in A1 oben betrachtet
wird und damit als erste Art verfügbarer Schmalbandtechnologie. Diagramme
können für die Systeme entsprechend der Diskussion in diesem Dokument
mit Referenzen zu anderen Systemen auf Wunsch zur Verfügung gestellt
werden.
Analoges Schmalband:
Die gute alte zuverlässige Frequenzmodulation
Wie oben erwähnt, sind 12,5-kHz-Produkte seit vielen Jahren lieferbar
und auf sie trifft die Beschreibung der aktuellen Schmalband-Kanalabstandsnormen
von 12,5 kHz zu.
Digitales Schmalband:
dPMR®:
dPMR® ist ein digitales 6,25 kHz FDMA-basiertes Protokoll, welches in
den technischen Normen ETSI TS102 490 und TS102 658 beschrieben wird.
Details, was dPMR® ist und leisten kann, finden Sie auf der dPMR® MoU
Website, die grundsätzliche Struktur der dPMR® Suite finden Sie jedoch
in der nachstehenden Grafik.

Wie das Diagramm zeigt, ist dPMR® ein voll funktionsfähiges System, das in der
Lage ist, Kommunikationslösungen von lizenzfrei bis hin zu landesweiten
Netzwerken zu bieten.
NXDN™:
NXDN™ ist ein digitales 12,5 kHz oder 6,25 kHz FDMA-basiertes Protokoll,
welches in der NXDN™ Normensuite beschrieben ist. Details, was NXDN™
ist und leisten kann, finden Sie auf der NXDN™ Forum-Website (http://www.nxdn-forum.com/),
die grundsätzliche Struktur der NXDN™ Suite finden Sie jedoch in der
Grafik auf der nächsten Seite.

Wie das Diagramm zeigt, ist NXDN™ ein voll funktionsfähiges System, das in der
Lage ist, flexible Bündelfunklösungen für kleine bis mittlere Netzwerke
zu bieten.
DMR:
DMR ist ein digitaler 12,5 kHz 2-Slot TDMA-basiertes Protokoll, welches
in der technischen Norm ETSI TS102 361 beschrieben wird. Details, was
DMR ist und leisten kann, finden Sie auf der Website der DMR Association
(http://dmrassociation.org/), die grundsätzliche Struktur der DMR-Suite
finden Sie jedoch in der Grafik auf der nächsten Seite.

Wie das Diagramm zeigt, ist DMR ein voll funktionsfähiges System, das in der
Lage ist, Kommunikationslösungen von lizenzfrei bis hin zu landesweiten
Netzwerken zu bieten.
Andere digitale
Systeme:
APCO Project 25:
APCO P25 ist ein sich entwickelnder digitaler Standard, der hauptsächlich
auf den US-amerikanischen Markt für öffentliche Sicherheit ausgerichtet
ist. Der derzeitige Phase 1-Teil des Standards ist ein digital 12,5
kHz FDMA-basiertes Protokoll, das in den Normen TIA APCO P25 beschrieben
wird. Ein Phase 2-Standard, ein 2-Slot TDMA 12,5-kHz-Protokoll wurde
ebenfalls kürzlich fertiggestellt.
Tetrapol:
Dies ist eine digitale 12,5 kHz FDMA-Norm, die ebenfalls auf den Markt
für öffentliche Sicherheit, jedoch auch den High-End gewerblichen Markt
ausgerichtet ist.
Tetra:
Dies ist ein digitales 25 kHz 4-Slot TDMA-basiertes Protokoll, das in
der Normensuite ETSI EN300 392 beschrieben ist. Tetra ist ebenfalls auf
den Markt für öffentliche Sicherheit, jedoch auch den High-End gewerblichen
Markt ausgerichtet.
Japanische und chinesische Normen:
ARIB-Normen T-98 und T-102 sind NXDN™ basierte 6,25 kHz FDMA-Normen,
die im japanischen Inlandsmarkt verfügbar sind. China entwickelt ebenfalls
eine Digitalnorm mit der Bezeichnung Police Digital Trunking, die eine
12,5 kHz TDMA-basierte Norm ist.
All dies zeigt, dass es auch Bewegungen zur Anpassung der Grundnormen
auf landesspezifische Systeme gibt.
F4: Was ist besser,
6,25 kHz FDMA oder 12,5 kHz TDMA?
A4: Das ist die große Preisfrage. Die Antwort ist, dass beide Technologien
aufgrund der gebotenen Funktionen bzw. Vorteile vom Markt akzeptiert
wurden. Das bedeutet im Grunde, dass es Raum für beide gibt und beide
im Rennen noch gleichauf liegen. Nachstehend einige Fakten/Statistiken
zu diesem „Rennen“.
Fakt 1: Wenigstens 65 %, wenn nicht mehr, ALLER Geschäfte von Funkgeräteherstellern
(einschließlich Befürworter der TDMA-Technologie) sind analog FDMA-basiert
und daran wird sich auch in absehbarer Zeit nichts ändern. FDMA hat der
PMR/LMR-Industrie für mehr als 70 Jahre als eine zuverlässige und erprobte
Funktechnologie gedient. Daher ist es nur schwer vorstellbar, dass die
PMR/LMR-Welt nun auf digital umsteigt und FDMA plötzlich eine „minderwertige“
Technologie ist. Es ist immer noch die leistungsfähigste Methode, Spektrumeffizienz
zu erreichen.
Fakt 2: Mit Stand Februar 2011 betrug die Anzahl der FCC-Lizenzen in
den USA für Schmalband-Digitaltechnologien:
79.900 FCC-Lizenzen für TDMA (DMR) und
79.300 FCC-Lizenzen für 6,25 kHz FDMA
Dies zeigt, wie bereits erwähnt, dass der Markt beide Technologien gleich
betrachtet und akzeptiert.
Fakt 4: Die Anzahl der Länder, in denen 6,25 kHz FDMA- und TDMA-Digitalsysteme
benutzt werden, ist wahrscheinlich gleich. Die Mehrzahl der Länder hat
nun Regelungen bzw. Bandpläne, welche die Nutzung von 6,25 kHz auf die
eine oder andere Weise zulassen.
Fakt 5: Mit Stand Mai 2011 betrug die Anzahl der Körperschaften, die
eine oder beide Technologien unterstützt:
- Mitglieder DMR Association: 26
- Mitglieder dPMR® MoU: 14
- Mitglieder NXDN™ Forum: 25
- Anzahl Doppelmitglieder: 5
- Anzahl Körperschaften, die 12,5 kHz TDMA unterstützen: 21
- Anzahl Körperschaften, die 6,25 kHz FDMA unterstützen: 34
Fakt 6: Mit Stand Mai 2011 war die Lieferantensituation für die entsprechenden
Technologien wie folgt:
- 12,5 kHz TDMA-Hersteller mit Produkten*: 5
- 6,25 kHz FDMA-Hersteller mit Produkten*: 7
* Bitte beachten Sie, dass „Produkte“ auch Artikel sein können, die nicht
allein Funkgeräte, sondern beispielsweise IC’s (Integrierte Schaltkreise)
sind.
Bezüglich Behauptungen herstellerunabhängiger Bereitstellungen muss beachtet
werden, dass nach hiesiger Kenntnislage zwei der fünf TDMA-Hersteller
die Produkte anderer Hersteller rebranden. Es muss ebenfalls beachtet
werden, dass ein TDMA-Hersteller bis heute geschätzte 90 % aller DMR-Produkte
geliefert hat. Für 6,25 kHz FDMA rebrandet ein Hersteller die Produkte
eines anderen Herstellers und bis heute haben überwiegend zwei Unternehmen
den Markt beliefert.
F5: „Professionell“
im Vergleich zu „Einfach, kostengünstig“
A5: Es gab Kommentare in verschiedenen Medien, dass dPMR® ist ein kostengünstiges
„nicht professionell“ orientiertes System sei. Dies sollte nicht mit
der ursprünglichen Absicht verwechselt werden, dass dPMR® als ein „kostengünstiges,
unkompliziertes“ Protokoll gedacht war. Dies bedeutet, dass die Technologie
weitgehend durch die Nutzung bestehender FM-Hardware-Entwicklungsarchitektur
genutzt werden kann.
Weiterhin bietet jedes der Systeme, wie mit den Diagrammen auf den vorhergehenden
Seiten erklärt, im Grunde das gleiche Niveau an Funktionen, Bündelfunk-
und Netzwerkfähigkeiten. Wie bei der Frage „Welches ist besser?“, ist
die Antwort, „das System, welches den Anforderungen des Endbenutzers
am ehesten entspricht“.
F6: Was gibt es zum Thema geistige Eigentumsrechte, Lizenzen oder Lizenzgebühren
zu sagen?
A6: dPMR® wurde auch entwickelt, um geistige Eigentumsrechte zu vermeiden
und die Gesamtkosten sowohl für den Hersteller wie letztlich auch den
Endbenutzer zu verringern. Eine Stellungnahme zu dPMR® und geistigen
Eigentumsrechten finden Sie auf der Website. Es werden auch keine Lizenzen
benötigt, um dPMR® zu entwickeln. Hier kann die dPMR® MoU wiederum Beratung
für mögliche Entwickler zu diesem Thema liefern. Es ist jedoch allgemein
bekannt, dass zur Entwicklung von DMR eine Lizenz benötigt wird, obwohl
die Einzelheiten dazu ein Stillschweigeabkommen voraussetzen.
HAFTUNGSAUSSCHLUSS
Dieses Dokument wurde durch die dPMR® MoU als Referenzdokument verfasst.
Die Informationen in diesem Dokument wurden sorgfältig überprüft und
es wird davon ausgegangen, dass sie korrekt und genau sind. Die dPMR®
MoU übernimmt jedoch keine Verantwortung für Ungenauigkeiten oder Fehler.
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